oder Eine Abhandlung über die Blog-Qualität
Woran kann man die Qualität eines Blogs messen? Die Frage habe ich mir vor einigen Tagen gestellt. Einfach aus dem Hintergrund heraus, dass man mir mal wieder vorwarf, ich würde ja eigentlich nur Schwachsinn und jeden Scheiß hier schreiben. Da jede Wahrnehmung subjektiv ist, ist eine solche Aussage absolut legitim. Abgesehen davon, habe ich ja auch den nicht den Anspruch etwas anderes hier zu machen.
Als Anmerkung möchte ich nur sagen, dass ich mir angewöhnt habe, was mir nicht gefällt, auch nicht zu besuchen oder zu lesen. Die Methode kann ich weiter empfehlen. Sie funktioniert. Die Funktion endet allerdings dort, wo Menschen nur um des Meckern wegen meckern. Oftmals Menschen mit zu viel Freizeit, wie nicht ausgelastete Hausfrauen oder Nine-To-Five Angestellte.
Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass sich die Qualität eines Blogs nicht bewerten lässt, da jeder Blog-Betreiber seinen Blog in Sprache, Themen und Gestaltung individuell entwickelt. Das ist ja auch das tolle an der Blog-Geschichte. Jeder darf sich ausleben und einfach mal los legen.
Da jeder aus seinem persönlichen Grund heraus seinen Blog betreibt, den nur der Schreiber kennt, kann letztlich nur der Betreiber selbst beurteilen, ob dass was er tut, ihn seinem Ziel näher bringt oder nicht. Und die Ziele dürften so unterschiedlich sein, wie die Blogbetreiber selbst.
Ist auch gut, finde ich. Wäre ja schlimm, wenn wir alles das Gleiche tun würden. Würde schnell ziemlich langweilig werden.
Ich selbst habe mich gefragt, was wäre wenn ich beginnen würde, hochqualitativen Content anzubieten.
Zum Beispiel könnte ich die nächsten 4 Monate meine Posts darüber schreiben, wie Heidegger, anhand seines Buches "Kant und die Probleme der Metaphysik", zu Kant stand und welche Probleme er mit ihm hatte. Sicher unheimlich spannend, qualitativ hochwertig und wirklich Inhalt mit Gewicht. Ich persönlich bin schon seit langem der Meinung gewesen, dass man Heidegger, alleine wegen seiner historischen Bewertung, bei weitem unterschätzt.
Leider würde mich die genaue Analyse des Buches von meinem Leben so dermaßen abhalten, dass es sich nur noch innerhalb der eigenen 4 Wände abspielen würde und nach einer kurzen Zeit, zu einem in sich geschlossenem System mutiert. Ähnlich einer Hausfrau und Mutter, die nicht mehr vor die Tür geht und deren Leben sich nur um die Aufzucht des Nachwuchses dreht. Letztere Sorte würde wahrscheinlich auch mit dem Thema leicht überfordert sein, was nicht weiter schlimm ist, man muss nicht alles wissen. Aber so sind die Frauen. Oft von nichts eine Ahnung und trotzdem zu allem eine Meinung. Wobei dieses spezielle Verhalten eigentlich weniger Geschlechtsspezifisch, sondern ein weit verbreitetes Phänomen der geistigen Unterschicht ist.
Zurück zu den geschlossenen Systemen. Problem bei solchen Geschichten, es fehlen einfach die äußerlichen Reize, neues in Erfahrung zu bringen oder kennen zu lernen. Solche Menschen sind nachweisbar anfällig für Verschwörungstheorien und schaffen sich Umfeld, welches in seinem Aufbau sehr homogen ist. Singularitäten der Dummheit. Oftmals daran zu erkennen, dass allgemeine politische, juristische und wirtschaftliche Zusammenhänge nicht als diese erkannt oder nur halb und verzerrt wiedergegeben werden und dem Rest der Menschheit als eine Art Verschwörungstheorie verkauft wird. Solche Menschen haben eine intellektuelle Weitsicht die einem Kreis mit dem Radius 0 (in Worten - Null) entspricht. Solche Personen nennen dies dann Standpunkt.
Und auch der alternative Kontakt zur realen Außenwelt mit einem Blog zum Thema Heidegger, brächte mich nicht wirklich weiter, da virtuelle Kontakte per Chat, Blog oder Email, realen sozialen Austausch nicht ersetzen können. Soziales Verhalten entwickelt sich nur im realen Zusammenspiel mit anderen, da man soziale Intelligenz dann entwickelt, wenn sie zum Beispiel zur Anwendung von Problemlösungskompentenz im Rahmen zwischenmenschlicher Kooperation herangezogen wird.
Ich behaupte, ein in sich geschlossene System führt langfristig zu einer sozialen Degeneration, da es durch den Verzicht des Austausches mit anderen sich nicht weiter entwickelt. Dies ist natürlich für Menschen ein Problem, die in einem statischen Sozialumfeld leben, bzw. dazu neigen, sich ein solches zu schaffen. Da andere Menschen meistens eine eigene Meinungen, Ansichten und Präferenzen besitzen, sich aus diesem Grund nur sehr schwer, fast gar nicht steuern oder kontrollieren lassen, führt alleine die Andersartigkeit eines Menschen, sobald er nicht mehr den statischen Parametern entspricht, zu einem Ausschluss aus dem System.
Während manche Menschen, von der realen Welt in die virtuelle wechseln um sich einen Ausgleich zu einem nicht vorhandenen oder nur kleinen sozialen Netzwerk zu schaffen, bleibt für mich die virtuelle Welt das, was sie auch schon immer war. Eine Spielwiese um dem geistigen Schwachsinn zu frönen und als Abfallprodukt ein paar Frauen kennen zu lernen, die ab und an mit einem die Kiste steigen, die man anschließend, nach dem man sie einmal ordentlich durchgekaut hat, wieder ausspucken kann.
Und um sich der Worte des einfallslosen kleinen Proleten-Jungen zu bedienen, der vor kurzem seinen Kommentar hier hinterließ, ja... ich werde auch dann darüber bloggen wenn ich zum Scheißen gehe. Das kommt dann allerdings per Twitter.
Den Muttis mit zuviel Freizeit empfehle ich, weniger die Zeit vor ICQ, auf suspekten Verschwörungstheorie-Webseiten oder sonst wo zu verbringen, und vielleicht die Zeit für ein Fernstudium zu nutzen. Die Fernuni Hagen bietet da ein tolles Programm. Das setzt dann aber meistens eine entsprechende Grundbildung und einen entsprechenden Schulabschluss voraus, an dem es dann meistens dann doch irgendwie fehlt. Aber dafür tragen bestimmt auch wieder andere die Schuld.
So... hochqualitiver Content? Das können andere....
Donnerstag, April 02, 2009
Eine Absage an die Qualität
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20 Kommentare:
schon schlimm, wenn das internet das reale leben ersetzen soll. dann werden nicht nur verschwörungstheorien geboren, dann wird man auch paranoid und vermutet hinter jedem blogeintrag einen persönlichen angriff.
noch schlimmer ist es allerdings wenn man dann merkt, dass man gar nicht gemeint war.
:D
Wobei die Realität der Degenerativität auch ein Grund ist, sich in seinen vier Wänden zu verkriechen.
...upppsss, mich hat gerade eine akute Verschwörumgstheorie am Wickel - ein deutliches Zeichen will ich meinen - dringend raus aus den 4 Bürowänden und ab in die Pause :-) ansonsten: guter Text - blogg Dich frei ;-)
*standing ovations*
;-)
"(...) als Abfallprodukt ein paar Frauen kennen zu lernen, die ab und an mit einem die Kiste steigen, die man anschließend, nach dem man sie einmal ordentlich durchgekaut hat, wieder ausspucken kann." Kann aber auch ziemlich stressig sein, sowas... Arme [zensiert] und [zensiert].
Ich finde es ziemlich traurig, wenn sich Menschen in die virtuelle Welt flüchten, weil sie im wahren Leben kein soziales Netzwerk haben (z.B. Andreas Döhler). Aber im Grunde genommen ist mir das auch so ziemlich egal, so lange es nicht mich betrifft. Nicht mein Problem. Und blöde Kommentare kann man ja löschen.
Was Fernstudium in der Elternzeit anbelangt... Ein Kind großzuziehen erfordert einen großen Einsatz - zumindest wenn man es ernsthaft betreibt - und wenn man dann nachts um vier die Bettwäsche wechselt, weil sie nach Kotze stinkt, dann ist nicht mehr viel mit Lernen, auch wenn man das Abitur hat. Mit einem Eindringling im Leben, und das sind Kinder nunmal, ist ein geregelter Tagesablauf erst einmal passé. Mal ganz abgesehen davon, dass so ein Fernstudium sehr viel Geld kostet und wenn das Einkommen der Frau wegbricht, es dafür eben nicht unbedingt reicht.
Aber was passieren würde, wenn du nur noch hochintellektuelle Blogeinträge veröffentlichen würdest, ist eigentlich klar. Die Besucherzahlen würden schlagartig zurückgehen, weil bei einer Bevölkerung, die zu 80% aus Menschen mit dem intellektuellem Niveau von Bildlesern besteht, sich ein solcher Content schlichtweg nicht verkaufen würde. Aber Stänkereien... das rockt.
Finde ich toll, wenn jemand sowas schreibt...aber ehrlich gesagt, nach dem ersten Satz habe ich runtergescrollt. Ich lese einen Blog um unterhalten zu werden, aber kein halbes Buch zu lesen ;-)
Amüsant, dass jemand der höchstwahrscheinlich BWL studiert hat, über "geistige Unterschichten" lästert! ;-)
Und, wann ist es wieder soweit? mit dem Klo mein ich?
(Sorry, konnt ich mir grad nicht verkneifen...)
LMAO!
ich mag es ja nicht verschwören, aber so oft wie du dich abfällig über manche mütter und kinder äusserst, lässt das doch tiefenpsychologisch blicken.
du kannst es ruhig zugeben: du willst es doch auch!
Komme aus den Grinsen nicht mehr raus. *herrlich*
Wenn der MiM mal einen Nachnamen braucht, nenn ihn Eulenspiegel ;-)
Nur weil was kompliziert und langweilig ist, muss es noch lange nicht hochwertig sein.
Wenn ich dicke Bücher lesen will, kann ich auch in die Kirche gehen. Ein Blog sollte vor allem und in erster Linie dem Betreiber gefallen. Wenns dann noch andere gibt, die gern mal stobern kommen, umso besser. Und nu mach ma nicht son verkniffenen Eindruck. Es gibt auch genug armseelige Männchen, die nix besseres zu tun haben, als sich hinter ihrem Bildschirm zu verschanzen und andere aufzumischen. Tja - die Psychosen sind wohl auf dem Vormarsch und machen auch hier nicht halt.
Man könnte auch meinen, dass solch Leute, wie dieser Blogbetreiber hier, nur virtuell eine große Fresse haben.
Aber hey, wenn sie sonst nichts zu melden haben.
@zoee: das zeugt doch dann von echter paranoia, oder?
@robby: oh ja. das ist wirklich ein grund.
@kira: danke.
@maak: danke *verbeug*
@sandra: man muss nicht gleich ein studium haben. aber man kann die zeit auch nutzen und sich universelles wissen anzueignen.
@choppchopp: tut mir, ich werde mich bemühen wieder mehr zu unterhalten :-)
@chiefjudy: ich werds twittern ;-)
@glücksritter: ich musste erst nachsehen. aber das ist ein echtes kompliment. danke.
@thelma: ???
@rotzlöffel: da gebe ich dir recht. da nehmen sich männer und frauen nichts.
@nox: ja, könnte man meinen. beurteilen kann man es aber nur, wenn man sie kennt.
aber eines finde ich gut. und das hast du einigen wirklich voraus. du kritisierst nicht anonym. dafür hast du meinen respekt.
Jo, so sindse, die Controller. Oft von nix ne Ahnung und trotzdem zu allem ´ne Bilanz. Wobei dieses spezielle Verhalten eigentlich weniger berufsspezifisch, sondern ein weit verbreitetes Phänomen des geistigen Klugscheißertums ist.
Aber 10 Punkte dafür, dass du Heidegger richtig buchstabiert hast. Und Kant.
Andere hätten vielleicht Cunt geschrieben. Die Menschen in den "geschlossenen Systemen".
Also ich muss schon grinsen: "Zeit nutzen, sich universelles Wissen anzueignen" :)
Leider,leider funktioniert das mit den abgebrochenen Zwergen nicht wirklich.
Zumindest in den ersten Jahren nicht.
frau doktor, Sie entlocken mir ein genüßliches Schmunzeln.
Frage an den werten Blogbetreiber, Herrn MiM:
Die Möglichkeit hier anonyme Kommentare zu hinterlassen sind geradezu verlockend. Wenn Sie einem schon freundlicherweise die freie Auswahl bieten, dann entscheide ich mich eben für diesen Status. Können Sie diesen nicht deaktivieren bzw. entfernen?
Freundlich gesinnte Grüße nach Metropolis.
@anonym: könnte ich. tue ich aber nicht.
Sie könnten den Anonym-Modus entfernen, wenn Sie es wollten. Soso.
Ganz dem Motto: Weil ich es kann!
Dann betrachte ich ab heute das Mäkeln über nicht wohlgesinnte Beiträge anonymer Kommentareschreiber als reinen Zeilen-Lückenfüller.
Anonyme Kommentare: Warum?
Weil wir es wollen und auch können.
Freundliche Grüße
Ihre treue Leserin
@anonym: keine ahnung was du mir damit sagen wolltest oder worauf die frage ursächlich abzielte? tut mir leid. aber ich setze mich mit allgemeinen anonymen anfragen auch nicht groß auseinander. für problemklärungen sind ist ja die emailadresse da. was wenn wichtig, dann bitte dort. ansonsten viel spaß beim anonymen kommentieren.
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